Fremdheit, Exil und Diaspora im Alten Testament

Auftakt der Vorlesungsreihe „Diaspora – Heimat, Fremde, Lebensmodelle“

Oldenburg. Über die zentrale Rolle, die die Erfahrung eigener Fremdheit und der Umgang mit Fremden im Alten Testament spielt, spricht der Theologe Dr. Kim Strübind am Donnerstag, 12. Januar, um 19.30 Uhr im Bibliothekssaal der Universität Oldenburg (Campus Haarentor, Uhlhornsweg 49-55). Der Vortrag eröffnet die Vortragsreihe „Diaspora – Heimat, Fremde, Lebensmodelle“, die die Arbeitsstelle „Interkulturelle Jüdische Studien“ der Universität gemeinsam mit dem Leo-Trepp-Lehrhaus ausrichtet.

Unter dem Titel „Fremdheit, Exil und Diaspora als Phänomene alttestamentlicher Literatur und Theologie“ beschäftigt sich der Vortrag mit erzählender Literatur und Rechtstexten, in denen Forderungen nach dem Schutz derer zur Sprache kommen, die man im alten Israel als „fremd“ wahrnahm. Dabei zeigt sich alttestamentlich der zwiespältige Umgang mit den Fremden im eigenen Land: Neben Texten, die eine „Willkommenskultur“ propagieren, stößt man auch auf Texte, die Fremde als Bedrohung wahrnehmen. Dahinter stehen ambivalente geschichtliche Erfahrungen und kollektive Selbstwahrnehmungen, die auf der Suche nach der eigenen Identität sind.

Kim Strübind studierte Evangelische Theologie und Judaistik in Gießen, Berlin und Jerusalem und promovierte 1990 an der Kirchlichen Hochschule Berlin. Seit 2007 lehrt er Altes Testament, Judaistik und Hebräisch an der Universität Oldenburg.